Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen im Kreisdekanat stellen ihren Jahresbericht vor

Die vier Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen in Ahlen, Beckum, Oelde und Warendorf stellten ihren Jahresbericht 2012 vor. Die Angebote der Beratungsstellen richten sich an Menschen, die Unterstützung suchen bei der Bewältigung von Partnerschafts- und Familienfragen und die sich in persönlichen Konflikten und Lebenskrisen befinden. Wie schon in den vergangenen Jahren so war auch im Jahr 2012 die Nachfrage nach Beratungsgesprächen hoch. Auch wenn die Scheidungsrate im Kreis Warendorf während des Berichtszeitraumes um acht Prozent gesunken ist so hält der Bedarf an Beratung untervermindert an. Bei 544 geschiedenen Ehen im Jahr 2012 waren 505 Kinder betroffen. Insgesamt 921 Personen suchten die Beratungsstellen auf. Das sind 20 mehr als im Vorjahr. Sie setzen sich zusammen aus 518 Frauen und 403 Männern. Im Jahr 2012 gab es 3154 Beratungsgespräche. Davon waren 728 Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren betroffen. 70 Prozent der Ratsuchenden warteten weniger als vier Wochen auf ihren Termin. In einem nicht unerheblichen Teil der Fälle wurden die Klienten von Ärzten, anderen Beratungsstellen, den Jugendämtern und von Familienzentren an die Beratungsstellen verwiesen. Darüber hinaus meldeten sich viele aufgrund positiver Erfahrungen ehemaliger Klienten an.

Hauptthemen in den Beratungen des vergangenen Jahres waren Kommunikationsprobleme, Selbstwertprobleme, Kränkungen und heftiger Streit. Auch das Verarbeiten von Verlusten und das Leiden unter der eigenen Unzulänglichkeit, bedrückende Lasten aus der Herkunftsfamilie, Außenbeziehungen und sexuelle Probleme sind häufig wiederkehrende Themenbereiche.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der EFL-Beratungsstellen ist die Kooperation mit den Familienzentren vor Ort. Im Rahmen des „Lotsen-Modells“ machen Erzieherinnen bei Bedarf Eltern in Krisensituationen auf die Angebote der Beratungsstellen aufmerksam. Hinzu kommen Elternabende zur bestimmen Themen, Elterncafes und das Angebot von offenen Sprechstunden in Einrichtungen.

Weiter intensiviert hat sich ebenfalls die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern im Rahmen der „Warendorfer Praxis“. Hier werden Eltern in Trennung und Scheidung unterstützt, um eine einvernehmliche Regelung bei der Ausübung der elterlichen Sorge und des Umgangsrechts zum Wohle der betroffenen Kinder zu finden.

In der Beratungsstelle Oelde wurde im vergangenen Jahr ein neues Projekt gestartet. Es wurde eine Gruppe für Menschen in Trennung und Scheidung gegründet.

Zum Ende des Jahres nähert sich das 10-jährige Bestehen der online-Beratung, die sich einer zunehmenden Resonanz erfreut. Die online-Beratung findet man unter www.efl-bistum-ms.de. Hier findet man auch weitere Informationen über die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen vor Ort.